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Kissen

Immer ein gutes Thema, um mich zu einem längeren Monolog zu bewegen ist das Thema “Komfortzone” an zu stechen. Kürzlich hab ich mir neue Kissen gekauft. Eins davon kann ich nicht benutzen, weil es zu warm am Kopf wird. Es ist super flauschig, urst gemütlich und wärmt sich so stark auf, dass ich Kopfschmerzen kriege. Und genauso ist das auch mit der Komfortzone.

Autostop

Ich war 18, ich befand mich im Wald auf einer Landstraße. Es regnete und ich feierte meine sichere Ausmusterung. Ich kam vom Außenstandort der Bundeswehr und war auf dem Weg nach Hause – auf dem Land, eine einsame Straße, und Busse genießen Seltenheitswert. Es war eine gute Stunde in die nächste Stadt zu laufen. Ich steckte feige den Daumen raus in der Hoffnung mitgenommen zu werden. 2-3 Autos fuhren vorbei und das bisschen Mut, was ich hatte, war weg. Ich lief.

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Ich war 27, stand am Rande einer Straße 30km außerhalb von Limassol auf Zypern. Ich nahm mittags den Bus in die Berge, vergewisserte mich bei jeder Busfahrerin, dass es noch einen Bus zurück gäbe. Es war jetzt 17 Uhr und nach dem angepriesenen 7-Uhr-Bus fragend wurde ich auf 7 Uhr des nächsten Morgen verwiesen. Mein Handy war alle – es so blieb nur, ein Schild zu schreiben und erneut den Daumen aus zu strecken. Das vierte Auto hielt und mit dem ehemaligen 1. Maat eines Containerschiff hatte ich eine überaus spannende Rückfahrt

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Ein Jahr später, müde nach einem Tag am Autodromo di Monza bei Mailand, schleppten sich ein Freund und ich uns im Nieselregen zur nächsten ungewissen Bushaltestelle. Den Weg zum Bahnhof hätten wir mit unseren eingelaufenen Blasen nicht mehr geschafft. An uns fuhren die Besucher und Marshals von der Rennstrecke, ich war geneigt per Anhalter zu fahren, hatte aber nicht mehr die Kraft meinen Mitstreiter zu überzeugen, dass es eine gute Idee sei.

Ein weiteres Jahr später war ich im Oman bei einem Iren das erste Mal Couchsurfen. Er war großer Fan davon per Anhalter zu reisen und motivierte mich es doch zu probieren – sei ganz normal hier. Ich machte alles falsch, was man falsch machen konnte: stand mit Sonnenbrille am Straßenrand einer viel zu dicht und schnell befahrenen Straße und irgendwann rief ich mir entnervt doch ein Taxi.

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Dieses Jahr stand ich mit einer lieben Freundin auf einem Fahrradstreifen in Frankfurt, dem Beginn unserer Autostop-Tour nach Paris. Gewohnt aus Berlin erwartete ich jederzeit einen Radfahrer, der uns ankackt, weil wir den Radweg blockieren. Es hielt einer an, sagte, wir stünden hier sehr blöd – die Autos sind viel zu schnell; halten hier niemals; wir sollten besser 3km weiter zur Autobahnraststätte. Dort nahm uns das zweite Auto, das wir fragten, mit und wir waren auf unserem Weg. Der Fahrdienst einer Schönheitsklinik brachte uns mit 240 bis Karlsruhe, von Straßburg fuhr uns ein französisches Paar bis vor die Haustür in Paris. Nach 11 Stunden mit 5 Hopps wurden wir mit Makaronen empfangen.

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Etwas wagen, Grenzen überwinden ist toll und belohnend.

Auf einem Segeltörn wird mir der Floh ins Ohr gesetzt, man könne als Deckshand auf dem Panama-Kanal per Anhalter reisen kann.

Busspur-Hack Neukölln

Meine Weg zur Arbeit geht 7km die Sonnenallee entlang. Mit dem Fahrrad ist dies eine der beschissensten Strecken Berlins, weil eng, unübersichtlich, reich an Verkehr und vor allem: reich an Idioten. Es ist selten, dass ich nicht in eine brenzlige oder ärgerliche Situation gerate, egal wie defensiv ich fahre. Weil ich nicht gleich mit schlechter Laune morgens zur Arbeit will, überlege ich mir daher mehrmals ob ich fahre oder nicht.

Am entspanntesten sind noch die Abschnitte Neuköllns, in denen es keine Fahrstreifen gibt und man sich den nötigen Raum nehmen kann.
Heute morgen hatte ich fast Pipi in den Augen, es wurden in diesen Abschnitten jetzt Bus-Streifen eingerichtet. Bus-Streifen die weiterhin zugeparkt werden.

Über die letzten 2 Legislaturperioden gab es jeweils Anträge in der BVV, der Sonnenallee Fahrradspuren zu verpassen, die jeweils abgelehnt wurden mit dem Verweis auf den starken Durchgangsverkehr. Und überhaupt, denk doch jemand an die Parkplätze! Parkplätze stehen im Artenschutz immerhin noch höher als Arbeitsplätze! Da Radwege so nie durchgesetzt werden konnten, sehe ich hier einen geilen Hack:

Die neue Busspur nimmt 2/3 der Straße in Anspruch. 2/3 der Busspur wird zugeparkt. Damit bleibt ein 2m Fahrbereich, der für Busse zu eng und für Radfahrer perfekt ist.

Vielleicht les ich hier zuviel hinein, vielleicht kommt das Parkverbot ja noch, wenn nicht, dann:
Gratulation, schöner Hack!

Dazwischen

Ich stehe vor Konzertbeginn der Beatsteaks in der Wuhlheide und habe die dumme Idee, eine Nachricht an eine der Nummern, der ich nicht mehr schreiben will, zu senden. Ich stelle eine Stimmung in mir fest, die ich sehr genau 3 Jahre zuvor an eben dieser Stelle bereits hatte.

Ich stand vor Konzertbeginn von Die Ärzte in der Wuhlheide.
Ich mag die Magie, das besondere, die Vorfreude, die Spannung, die Entladung und die Entspannung. Ich bin großer Konzertefan, ohne ständig auf eins gehen zu müssen. Meist ohne Begleitung verliere ich mich in der Menge, wenn ich frei tanzen will. Konzerte sind eins meiner Ventile, auf denen ich ausgelassen bin und versuche den Kontrollzwang abzulegen. Es ist schön sich buchstäblich in, mit und auf der Menge treiben zu lassen.
Wenn ich sage, ich will mit dir auf ein Konzert, ist das ein Vertrauensbeweis, noch mehr wenn es eine meiner Lieblingsbands ist.

Ich stand in der Wuhlheide, mir rasen die Gedanken, ich sehe viele tolle Menschen, die wenigsten gehen alleine und ich frage mich, warum find ich es OK ohne Begleitung unterwegs zu sein. Dann wandern die Gedanken zu den wenigen weiblichen Personen, die ich mir hier an meiner Seite vorstellen könnte. Damals wie heute waren dies nur Menschen der Vergangenheit, die mich manchmal noch in Gedanken begleiten, weil sie etwas zurück ließen, aber aus guten Gründen nicht mehr da sind. Ich fühlte mich ausgeglichen, hatte vieles hinter mir gelassen und war bereit für Neues: Bereit für Aufruhe, Chaos, halt Herzscheiße und so.
Ich betrachtete die Nachricht und drücke Löschen.

Keinen Monat später trat sie in mein Leben und stellte es auf den Kopf. Es reichte nicht für uns. Sie nahm mich mit auf Festivals. Ich fragte sie, ob sie auf ein Konzert meiner Lieblingsband mitkommen mag – sie sagte ja und sagte mir später für einen Anderen ab.
Auf einem Festival endete unsere Freundschaft.

Ich stand im Huxley’s Neue Welt und wollte mich in Luft auflösen.
Ich stand vor der Freilichtbühne des Tempelhofer Felds und als zu ‚Himmelblau‘ die ISS über das Publikum flog, lag ich in Tränen.
Ich stand auf dem Highfield-Festival und sah sie überall.
Ich stand in der Columbia Halle, schrie mir die Seele raus und fühlte mich frei.

Ich stehe vor Konzertbeginn der Beatsteaks in der Wuhlheide und stelle eine Stimmung in mir fest, die ich sehr genau 3 Jahre zuvor an eben dieser Stelle bereits hatte.
Ich ändere die Nummer und drücke Senden.

Madrid – Tegel

Es war einer meiner ersten Flüge seitdem ich regelmäßig reise und wurde der unvergessenste und schönste, mit dem sich kein Flug seither messen konnte.

Nach einigen Tagen Besuch in Valencia und einigen Stunden Warten in Madrid fand ich mich im Flieger zurück nach Berlin neben einem hübschen und charmanten Mädchen wieder. Wir sagten beim Hinsetzen kurz Hi und verdrehten zusammen die Augen über die orchestralen Cover-Versionen 90er-Jahre-Popsongs der Hintergrundmusik. Nach dem Start verschwand sie in ein Buch und ich  erst in meine Kopfhörer und dann in die Welt des Sandmann. Es verging eine gute Stunde bis ich aufwachte. Sie guckte mich happy an – sie musste auf Klo und wollte mich nicht wecken. Zurück began ein Gespräch, dass sich von Valencia und Leipzig, Reisen, Sprachen, Musik und über vielen weitere Themenstöckchen entwickelte. Wir waren in uns vertieft – genossen es und die Stunden verflogen. Zum Landeanflug stellten wir fest, dass wir vergaßen unsere Namen auszutauschen. Sie hieß Annette.

Manchmal fantasiere ich über geschlossene Geschichten. Perfekte Momente, die sich von allein entwickeln. Die keine Nachhilfe brauchen. Die für sich stehen. Die ein Ende haben. Die für die schöne Erinnerung bleiben. Die keine offenen Fragen hinterlassen. Keine Wünsche.

Alles sei getan – keine Reue.

Wir landeten, wir sponnen beim Warten auf unser Gepäck nach Andalucia zurück zu kehren. Wir verpassten unseren Bus, standen hungrig vor dem nächtlich geschlossenen Burger King und entschieden uns zusammen in die Stadt zu fahren – so weit uns unsere gemeinsame Strecke führen würde, teilten dabei die Notfall-Snickers. Wir lachten ausgelassen über Betrunkene in der S-Bahn, die uns blöd anmachten. Mit der letzten Station stellte ich die Frage, ob wir es bei diesem Abend belassen – happy nahm sie meinen Kontakt. Nach Valenzianischen Abschiedsküsschen schloss sich die Tür vor mir und sie war weg.

Und ließ nie wieder von sich hören.

“Immer bleibt etwas zurück.”

Outside this room

I love the mountains, the disconnectedness as you climb up, the pumping blood in your vains, as everything vanishes from view.

I love the deserts, the emptiness, surrounding you, the silence, the dryness, the solitude, yet the hidden treasures found under each stone.

I love the sea, the vastness,the ever closing surface just below the horizon, promises of hope and adventure.

I love the swamps, the timelessness, in foggy moist composure, the play of decay and growth, of live and death.

I love the fields, the richness of life, of plants and insects, of accumulation of energy, collected from our burning sun.

I love the forests, the wilderness, neither tamed nor ordered, unbalanced, a garden invaded, regenerating in change.

I love the ice, the brightness, the glistening, the unforgiving, the meager land of frozen time and anticipation.

I love the city, in its diversity of people, crowded and pacing, full of rituals, history, culture, music, man-made creations on perfect world on a pale blue dot.

Ankunft in Georgien

Ich kam nach Georgien um zwei Dinge zu tun: den verschneiten Kaukasus zu sehen und mir den Bauch voll zu schlagen. Bereits am 1.Tag nach Ankunft waren beide Pläne dahin. Das kam so.

Wir waren gerade gelandet und ich hatte mit Daniel unser Hotel bezogen. Wir waren seit 14 Stunden auf den Beinen und hungrig. Schon bei der Taxifahrt zum Hotel merkte ich, wie sich – nicht bedingt durch den Fahrstil – mein Appetit verzog. Auf der Suche nach einem Abendimbiss strollten wir Rustavelli Avenue entlang und ich merkte schon wie mein Magen began zu rebellieren. Zügig zurück Ins Hotel war eine gute Entscheidung und es war dann nur noch eine Frage der Zeit wäre, bis mein Airline-Food mich wieder besuchen kam.

Ich hab für gewöhnlich einen starken Magen. Auf Reisen hat mich noch kein Essen umgehauen. Diesmal wurde es jedoch unangenehm und auch nach jedem Anbeten der Kloschüssel mit jeder Stunde nicht besser. Dazu gesellte sich Schüttelfrost, bei der Rezeption erbat ich eine zweite Heizung.
Nach 4 Stunden ließ ich meinen Kumpel aus dem Bett telefonieren und den Notarzt rufen. Die kamen, betrachteten mich kurz und einen Kotzkrampf später durfte ich im Pyjama über die nieselige überfrorene Straße zum Krankenwagen gehen.

Im karg ausgestatteten Krankenwagen lag ich auf meiner Liege – meinem Kumpel neben mir – blickte wahlweise aufs Rückfenster oder die Decke und lachte hysterisch angesichts des Abenteuers in das ich diesmal geraten war.

Am ersten Abend, in einem Land dessen Umgangssprachen ich nicht kann und mal wieder ohne Reisekrankenversicherung hielt ich mich im Krankenwagen fest um nicht von der Prittsche zu rutschen. Lang war die Fahrt nicht, auch nicht sonderlich wild. Ich zitterte so vor mich hin.

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In der Notaufnahme durfte ich wieder durch den Regen hineingehen, gerade rechtzeitig für den nächsten Brechreiz. Viel kam schon gar nicht mehr, einzig die Farbe sorgte aufgrund der früher eingeworfenen Kohletabletten immer wieder aufs neue für Verwunderung.
Und immer wieder die gleichen Fragen, wer, wo, was gegessen. Zum 5. Mal meinen Namen buchstabieren. Zum 8. Mal meinen Namen buchstabieren.

Ich wurde ins erste Stockwerk geführt – weiterhin selber die Treppen besteigend. Ich wartete etwas darauf, irgendwann einen Rollstuhl zu bekommen, aber dies passierte nicht. Ich mochte das Gnadenlose.

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Die Nacht gestaltete sich dann der Art, dass ich eine Infusion in den rechten Arm bekam, Blutabnahme im Linken, eine Spritze in den Arsch und eine Mücke auf die Hand.
Nach der Spritze schlief ich schließlich ein – Zweie musste schon durch gewesen sein.

Am nächsten Morgen wachte ich vom Jucken auf meiner Hand und den Sonnenstrahlen auf meinem Bett auf. Der Schüttelfrost war weg und die brüllende Heizung und die zwei Decken schienen mehr Schikane als hilfreich. Ich war fertig, aber schmerzfrei. Ich guckte mich um und fand mich wieder in einem Krankenhaus, das den 1930ern entsprungen schien, mit Betten, die ich zuletzt in den Beelitzer Heilstätten sah.
Mein Kumpel pennte im Bett neben meinem. Er war sehr gut darin nachts die Ärzte mit den blödesten Fragen fernzuhalten.

Meine Ärztin kam rein, fragte mich in ihrem gebrochenen English, wie es mir ginge und wie lange ich noch bleiben will. Nach meinem Befund gefragt zuckte sie mit der Schulter und begann eine Liste von Medikamenten gegen Magenviren zu diktieren. Diverse sprachliche und kulturelle Missverständnisse später wurde ich zusammen mit einem Diätplan für die nächste Woche gegen Mittag entlassen. Ich bekam eine provisorische Rechnung über umgerechnet 60€ – am nächsten Tag sollte ich nochmal vorbei kommen. Die endgültige Rechnung betrug 45€ und war damit günstiger als mein Hotel.

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Ich kenne Menschen, für die die größte Angst auf Reisen ist, in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht, ohne Versicherung in Notaufnahme und Krankenhaus zu landen. Nun davor habe ich keine Angst mehr, glücklicherweise lief alles glimpflich ab.
So blieben nur meine zwei Gründe offen, für dich ich damals nach Georgien gefahren bin. Zwei Gründe dieses Land wieder zu besuchen – dann aber nicht im November.

K*ffe und Kuchen

Ich war im Mai für eine Woche in Amsterdam und hatte viele lose Gedanken.


Bei all den Nazi-Parteien im Europaparlament jetzt, kann ich in Holland noch mit Euro zahlen, oder brauch ich schon D-Mark?


In Sowjet-Holland, Wohnwagen zieht Smart!


Ich darf draußen mit allem Rumlaufen, aber nicht mit einem Bier. Amsterdam ist komisch!


Empirical studies proof contrary to public believe, my hands are not huge.


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Totally disappointed, I didn’t even get any coffee!!1


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Typ rempelt mit dem Handy telefonierend in der belebten Fussgängerzone des Redlight-district in Amsterdam jemanden an und entschuldigt sich mit den Worten “‘tschuldigung, bin Deutscher!”


Creepy, wenn die halbnackten Schaufensterpuppen anfangen an der Scheibe zu kratzen.


Es gibt Tourguides, die als Kleriker rumlaufen und ausrufen: “filthy, this is all filthy!”


Und andere, die die Preise für Blowjobs erläutern.


Polizei auf Pferden


Also diese Generation mit ihren Handys! Die Frauen in den Schaufenstern sind auch nicht mehr bei der Sache!


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Die nächste Steigerungsform der Qualität unseres Hostels wären blanker Fussboden, ein Loch in der Decke, eins im Fussboden.


Hatte in Amsterdam meinen üblich sehr konstanten polyphasischen Urlaubsschlafrhythmus: 2-9;11-13;18-20 Uhr.



Es hat 3 Tage geregnet, am ersten Tag ging die Sohle meiner Schuhe kaputt. Ich kaufte mir Chucks. Trockene Füße ist anders.


Beim Schuhe kaufen: “if it looks like money we take it!”


TIL: Nylonsocken seien cool zum Einlaufen neuer Schuhe!


Mit Vla und Stuff eine halbe Stunde lang beobachten, wie sich eine Ente und eine Möwe vor zwei Mädels streiten.

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Urlaubsbekanntschaften sind toll, weil sie auch mal Charaktere zu lassen, die im Alltag keinen Platz finden würden.


Im Stripclub mit einer Chemikerin Diagramme über das Verhältnis Zeit, Kleidungsmenge und monetären Erfolg entwerfen.


Langsam hab ich den Grasgeruch satt.

(Musste mich zusammen reißen nicht “die Schnauze voll von Gras” zu schreiben.)

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Man kann sich selbst ne gute Zeit geben, aber erst andere Menschen vergolden die.


Ich kann die Holländer beruhigen, die 17 Bundeswehrfahrzeuge auf der Autobahn sind nicht auf Weg nach Holland. Sie fahren Richtung Polen.

Erdbeeren

In Casablanca hatten wir ein Hotel am Rande der Medina. Das Zimmer hatte einen kleinen Balkon mit Blick auf den Hafen auf dem wir in den wenigen Tagen, die wir dort waren viel saßen und erzählten. Meine beste Freundin hatte ich fast zwei Jahre nicht gesehen – Gesprächsstoff fand sich immer und wenn nicht dann chillten wir halt einfach, versanken in unseren Büchern oder versuchten uns zu einer Entdeckungstour aufzuraffen. Diese sahen dann nicht selten so aus, Disney-Theme-Songs aus der Jugend singend durch die marokkanischen Straßen zu trotten.

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Von einer dieser Touren kamen wir bepackt mit frischen Erdbeeren, Datteln und Gebäck im Hotel an und machten es uns wieder auf dem Balkon gemütlich.

Soweit ich zurückdenken kann war ich fasziniert vom Reisen. Als Kind war ich mit den Eltern auf Busreisen und Camping, aber selten weiter weg als in eins der Nachbarländer. Als Jugendlicher habe ich bei einem 2 Wochen USA-Austausch Blut geleckt, aber in den Jahren danach selten viel Unterwegs gewesen, aber immerhin 2 halbe Jahre im Ausland gearbeitet. Oft hatte ich aber keine Zeit, war müßig oder knauserig. Besonders alleine verreisen ging mir früher ab, während sich ReisemitstreiterInnen nie fanden. Bis Marokko – sie fragte mich ob ich mit will und es war keine andere Antwort als Ja möglich.
Ich habe alle Freiheiten, ungebunden, Jobsicherheit, Geld, Zeit, Träume und oft genug auch das Können das Meiste zu realisieren. Aber gereist bin ich bis dahin wenig.

Wir saßen auf dem Balkon und naschten von unserem Markteinkauf. Sie erzählte von einem Bekannten, der mit Ende 20 dieselben Freiheiten hat, nutzt und wie blöde reist. Soviel mitnehmen und sehen wie es geht – so eine Lebenssituation ist eine Chance, die es nicht zu verpassen gilt. Das sah ich ein.

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Wir hatten noch 10 Tage Marokko vor uns. Heute ist das über 3 Jahre her, seit dem war ich alle halbe Jahr für mindestens eine Woche weg, habe 14 Länder bereist und dabei eine Distanz einmal um den Globus zurück gelegt. Ich mache mir eine geile Zeit. Mal alleine, manchmal lerne ich unterwegs Stranger dangers kennen. Manchmal nehme ich jemanden mit. Mit jeder Reise kann ich mehr, werde mutiger, sicherer. Erlebe Neues, entdecke Grenzen und reiße andere nieder. Bin eigenständig, unabhängig, niemandem Rechenschaft schuldig, frei.

Und doch fühlt es sich sehr häufig als wäre es nur ein Zeitvertreib beim Warten auf was anderes.

Ich griff wieder nach den Erdbeeren.

Bahncomfort für alle

Die Züge der S-Bahn zwischen Halle und Leipzig sind geräumig und mit barrierefreiem Zugang. Beim Halt im Bahnhof klappt immer eine kleine Rampe au – es bleibt keine Stufe, für Rollstuhlfahrer ist aber nur der allererste Eingang vorne im Zug. Auf dem Bahnsteig gibt es keine Markierung oder Hinweis, doch diesen zu Benutzen – “die Züge halten auch eh immer woanders am Bahnsteig“.

Diesmal fährt er bis ans Ende und alle müssen vom anderen Ende kommen und steigen in der hintersten Tür ein. Darunter auch eine Rollstuhlfahrerin, die sogleich von einer Zugbegleiterin angemotzt wird, dass dies nicht der Rollstuhleingang sei. Auf den Eingangstüren sei doch eine Markierung mit dem Hinweis – sie würde das jetzt nur tolerieren, weil wir nur noch eine Station fahren.

Das alles „damit nicht der Notausgang blockiert wird.“
Fahrräder und Kinderwagen dürfen überall stehen.
Keine Pointe.

Symbolfoto

Ein Tweet, der mich an ein Foto errinerte, das unter derbem Liebskummer letztes Jahr in Dubrovnik entstanden ist.

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Und sie rostet doch.

In the heavens

Mittwoch, das Telefon klingelt und eine halbe Stunde später sitze ich mit Pizza, Bier und lieber Person in Gesprächen vertieft in nahe liegender Parkfläche. In kurzer Gedankenpause gucke ich in den Himmel – das ist in Berlin eher langweilig, da durch viel zu viel Lichtverschmutzung nur wenig Sterne zu sehen sind. Manchmal hat man aber Glück und es passiert was tolles. Es fliegt was vorbei.

Die Internationale Raumstation ISS umrundet in ~400km Höhe die Erde alle 90 min. Dabei zieht sie immer ein bisschen weiter nach Osten. Aufgrund der großen Fläche an Solarpanelen, reflektiert die ISS sehr viel Sonnenlicht und ist daher auffällig hell am Himmel zu erkennen und merklich schneller als ein normales Flugzeug. Ein Überflug dauert etwa 5-6 min und wenn man es einmal gesehen hat, erkennt man es immer wieder. Neben der ISS gibt es noch Iridium Flares. Iridium ist eine Serie von Satelliten, die ebenfalls stark reflektieren, aber aufgrund ihrer Bahn meist nur ein kurzes Aufleuchten von ~30sek darstellen. Sie können genauso hell werden wie die ISS sein, erscheinen plötzlich am Himmel, ziehen kurz und hell über diesen und verschwinden wieder plötzlich. Ein ganz eigenes Schauspiel. Daneben gibt es noch mehrere tausende andere Satelliten, die aufgrund ihrer Größe, jedoch nicht hell genug zu sehen sind. An klaren Nächten auf dem Land ist die Chance in den Himmel zu gucken und etwas extraterrestrisches am Himmel vorbei ziehen zu sehen sehr hoch. In der Stadt quasi null. Berlin bietet nur ISS oder Iridium Flares und die muss man genau abpassen.

Let’s do some science, let’s spoil some magic. Das Coole, aus den Bahnen der ISS, der Iridiums, Erdposition, Sonnenposition, Ort und Zeit auf der Erde kann man vor bestimmen, wann und wo die ISS oder ein Iridium Flare zu sehen ist. Dafür gibt es Hilfsmittel, mein liebstes ist die App ISS Navigator. Sie zeigt für die folgenden 10 Tage eine Vorschau an überflügen, inklusive prognostizierter Bahn und Helligkeit. Das ist eine kleine feine App, mit der man überall auf er Welt, egal ob in Berlin oder auf Reisen Menschen eine kleine Freunde machen kann, weil – verdammt, ISS, it’s space! Wann hat man schon die Chance mal persönliche Erfahrungen aufzubauen und die Vorstellung, dass dieser kleine wandernde leuchtende Punkt von uns Menschen dort hingeworfen wurde und oben gerade 6 Mensch über uns fliegen, hat fast schon etwas romantisches.
Die ISS hab ich inzwischen so oft gesehen, ich erkenn sie auch betrunken wieder, zeige in den Himmel und freu mich nen Ast.

Mittwoch war seltsam.
Was aussah wie die ISS, passte nicht. Meine App, zeigte keinen Überflug an, die Flugbahn wirkte zu stark Süd-Nord als sonst Nordwest-Südost um diese Zeit. Ebenso für einen Iridium Flare, der erst eine gute Stunde später hätte kommen sollen. Unsicher ob ISS, oder was anderes spannendes, genossen wir einfach den Augenblick.

Am nächsten Tag ließ es mich aber nicht in Ruhe und ich begann die Suche.
Ein Paar Fakten am Rande. Es geht um einen Park in Berlin am 4. Juni 2014, 22:33, Blick Ost-Südost.
Ich fragte etwas rum und bekam einige gute Seiten empfohlen.
Eigentlich hätte mit Heavens-Above schluss sein können, da hier bereits der Überflug für den 4. Juni gelistet ist.
Egal ich suchte weiter Bestätigung. Lange gespielt habe ich mit In-The-Sky, wo man sehr schön Ort und Zeit einstellen und die Bewegung der Objekte am Himmel simulieren kann. Leider nur mit einer Auflösung von einem Schritt pro Minute, was bei 4 Minuten Überflug etwas ungenau ist. Und man kann nur maximal 4 Tage zurück. Aber auch hier wird klar, ja es war die ISS, die wir gesehen haben.

Und noch etwas, was wir hätten sehen können – an dieser Stelle möchte ich noch einmal die Berliner Lichtverschmutzung anprangern (#faustwedel) – zu der Zeit war noch eine Soyus-Kapsel im Parallelflug mit der ISS. Leider ist die verglichen mit dem Fussballfeld der ISS sehr klein und leuchtschwach und war daher nicht durch die Berliner Lichtglocke zu sehen. Sehr schade!

ISS gucken mit Freunden ist bestes ISS-gucken.

Karriere

Der folgende Beitrag ist nicht von mir verfasst, sondern lediglich von mir übersetzt. Das Original ‘Career’ von Leo Babauta  auf Zenhabits fand ich grandios und wollte es auch in meiner rein-deutschsprachigen Umkreis teilen können.

Eine 15-jährige schrieb mir und fragte, wie sie herausfindet, was sie mit ihrem Leben machen soll. Sie schrieb:

Als Schülerin der Oberschule werde ich ständig daran erinnert heraus zu finden, was ich mit meinem Leben machen will, welche Karriere ich haben will und so weiter. Ich spüre großen Druck, wenn meine Lehrer und Eltern mir sagen, ich sollte das jetzt heraus finden. Ich bin jung, ich will keine Fehler machen und mir die Zukunft versauen. Ich weiß, was ich mag und was meine Interessen sind, aber wenn ich bezogen darauf über Jobs lese, dann bekomme ich immer das Gefühl ich würde daran keinen Spass haben und ich weiß nicht wieso.

Eine schwierige Sache heraus zu finden: Was will ich in der Zukunft machen?! Nun, ich kann dieser jungen Frau nicht wirklich sagen, was sie machen soll, da ihre Eltern dies möglicherweise nicht sehr mögen. Aber ich kann versuchen zu vermitteln, was ich auf mein Leben zurück blickend gelernt habe und was ich meinen Kindern (Das Älteste sucht mit 21 noch was es will, aber ich habe auch 17- und 16-jährige Jungs und ein 14-jährige Mädchen) mitgeben werde.

Ich würde dies sagen: Read More →

Gegenverkehr

Eine kleine selten erzählte Geschichte aus Spanien 2012. Diesen kleinen Moment, hatte ich schon vergessen bis er mir eines Nachts am Rande einer Bergstraße auf dem Weg ins Hotel in Dubrovnik ein Jahr später wieder ein. Ich wollte kein Hotel direkt in Valencia, sondern hielt es für eine gute Idee in einem der umliegenden Dörfer eins zu nehmen. Ich buchte in Silla auf Basis der Annahme, dass es groß genug für mindestens einen Supermarkt ist und direkt südlich Valencias an der Albuferra liegt. Beides falsch. Die Albuferra ist ein großer sumpfiger Süßwassersee, der nur durch einen kleinen Landabschnitt – geprägt durch Golfkurse und hochpreisige Hotels (eine andere Geschichte!) – vom Meer getrennt ist.

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Ich am frühen Abend leicht bepackt Richtung Albuferra. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt und ich wusste, ich werde erstmal laaaange über Ackerstraßen laufen.  Die sind geteert, schmutzig, selten kommt ein Auto vorbei, an den Rändern zumeist ein kleiner Bewässerungskanal. Immer durch zwischen Zwiebelfeldern, Regenwurmhügeln und gelegentlichen Orangenbäumen. Die Straße endet irgendwann und es gab leider kein weiter kommen, da nur noch Sumpf, kein Wasser. Fernab von Menschen, tat aber auch gut. Es wurde dunkel, der Blick zurück nach Silla zeigte einen von vielen wunderschönen Sonnenuntergängen. Ein naheliegendes Hochhaus stand perfekt für einen Doppel-Sonnenuntergang.

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Die Sterne kamen auf und ich hatte endlich einen klaren Sternenhimmel über mir. Vega, Venus, Mars, Juper und Saturn standen aufgeschnürt auf einer Linie. Ich lag auf der Asphaltstraße und hörte meine Reisemusik.

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Es wurde kühl – immerhin, es war März. Ich brach auf.

Die Felder waren unbeleuchtet und im fahlen Licht der vor eins liegenden Stadt war der Weg gut zu erkennen.
Bis zu dem Moment, wo Gegenverkehr in Form eines Autos kam, meine Nachtsicht ging und meine Nachtblindheit begann. Im Gegenlicht der Scheinwerfer ging ich zunächst an den Straßenrand um dann durch den Sturz in einen Bewässerungskanal mich gänzlich aus der Sicht des Autofahrers zu verabschieden. Der Kanal war hüfttief und trocken. Ich holte mir nur ein paar Schrammen und ich hoffte lediglich, dass der Autofahrer wenigstens eine gute Show hatte.

Manchmal bleiben Momente auf der Reise und bleiben daheim unerzählt. Dies war so einer.

Zwei Tage später bin ich mit Raül an die östliche Seite der Albuferra gefahren, wo wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang genossen. Wie ich erwähnte. Spanien bot davon viele.

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Salalah

Ich bekomme immer mal wieder Zeitungsauschnitte (richtig auf Papier – ausgeschnitten), zuletzt mehrmals über den Oman. In der Berliner Zeitung war ein Beitrag über Salalah “Ein Duft von Weihrauch”. Er umreißt die Entwicklung der Gegend als Reiseziel. Alles erwähnte kann ich so unterschreiben – habe auch fast alles gemacht und kann noch ergänzen. Ich habe für 5 Tage in Salalah bei einem Iren auf der Couch übernachtet und 2 Tage sind wir durch die Gegend gefahren in Vorbereitung auf eine Schnitzeljagd.

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Ich habe an einer Schlucht Kühe klettern und Adler kreisen, Kamele in der Steinwüste und Wadis mit bazillenverseuchten Oasenwasser gesehen und Schneeengel in den wenigen Sanddünen im Norden gemacht.

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Wir sind die gewundenen Straßen Richtung Jemen gefahren – die Strände dort sind riesig und außerhalb des Kariff (die Monsumzeit) menschenleer. Delfine kann man im Wasser sehen, etwas weiter war eine Gruppe Jebali (ein teil-nomadisches Volk, dass im Hinterland in den Wadis lebt, hauptsächlich Viehzucht betreibt und von den Omani eher gemieden wird). Etwa 30 Jebali hatten auf eine Breite von 150m Netze ausgeworfen und zogen die über 2 Stunden mit Hilfe von fünf Trucks aus dem Wasser .

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Im Wasser versuchten Delfine die Chance der Treibjagd zu nutzen, drum herum hunderte Möwen. Mehrere Truckladungen Kleinfisch wurden so raus geholt … und der Verfütterung an Kamele zugeführt.
Dies Spektakel war buchstäblich atemberaubend – das kann man nicht planen und nur im Wasser daneben stehen und staunen.

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Wir waren am beschriebenen Stadtstrand – was nicht erwähnt wurde ist die parallele Straße, die durch einen Palmenhain geht und über Kilometer von nachts-beleuchteten Kokusnuss-Buden gesäumt ist, wo man sich günstig Erfrischung holen kann.

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Im Weihrauchmuseum und der anliegenden archäologischen Stadt war ich beladen mit 12 kg Rucksack, weil es im Anschluss in den Flieger nach Dubai ging. Das Museum ist leicht außerhalb, wo nicht mehr jede Minute ein Taxi vorbei kommt. Ich bin gut eine Viertelstunde in der Nachmittagshitze die Straße entlang gegangen, bis ein Taxi vorbei kam und dann 100m vor mir hielt. Der Fahrer stieg aus begrüßte mich. Er erzählte, er hätte mich gestern schon gefahren und ich hätte ihm viel zu viel bezahlt. Mir fiel dem Morgen schon auf, dass ich einen falschen Schein rausgegeben hatte, der Fahrer zahlte mir das Geld zurück und sammelte mich auf. Hinten im Auto war bereits eine tschechische Familie, mit der ich anschließend noch eine Stunde durch die Weihrauch-Souks gegangen bin.

Und das war alles nur eine kleine Auswahl aus 5 Tagen Salalah – Oman war toll! :)

Mobilitätsgespräche

Habe mich Neulich, als ich im ICE durch Wolfsburg gefahren* bin, mich 4 Stunden mit einem leitenden Angestellten von VW unterhalten. Neben vielen langen Abschweifern kamen wir auch auf das Thema Mobilitätskonzepte der Zukunft.

Eine Aussage fand ich von ihm besonders interessant, nämlich, dass sich Automobilhersteller noch immer vornehmlich als Produzenten und nicht als Mobilitätsanbieter verstehen. Dies ließ ich mir weiter erläutern, Hersteller haben nur ihr Produkt im Sinn, ohne weitere Betrachtung der Nutzungsumstände. Um zum Mobillitätsanbieter zu werden müsse einmal Service Teil des eigenen Geschäftsfeldes werden und eine abgestimmte Verzahnung verschiedener Verkehrsangebote erfolgen. Wenn Automobilkonzerne also Mobilitätsdienstleistungen anbieten, die über die einzelne Karre hinaus gehen und über verschiedene Verkehrsmittel hinweg anbieten, sind sie auf dem richtigen Weg. Carsharing-Angebote und der Ausbau eigener E-Auto-Ladeinfrastruktur bringen die Hersteller langsam auf diesen Weg, aber das neue Selbstverständnis ist noch nicht durchgedrungen.

* Am Anfang der Zugfahrt, als sich mein Gesprächspartner mir vorstellte und sagte, er würde in Wolfsburg aussteigen, hab ich noch gescherzt, dass wir das erstmal sehen wollen. Kurz vor Wolfsburg wunder er sich, warum der Zug kurz vor Wolfsburg noch beschleunigt. Ich hatte viel zu lachen.

alben der letzten jahre 2012/2013

Es ist schon wieder 2 Jahre her, dass ich über meine Lieblingsalben der letzten Jahre geschrieben habe. Irgendwie komm ich da nur alle 2 Jahre zu, obwohl ich mehr als genug habe, die mich über die Zeit begleitet haben und ans Herz heran und teilweise wieder weg gewachsen sind. Auf auf:

2012

  • Die Ärzte – Auch:  Ja, klar, ich bin und bleibe Fan und es ist immer wieder spannend zu gucken, welche Songs genau im richtigen Moment Resonanz finden. Seit dem Album hab ich sie auch wieder 3 mal live gesehen. Sie rocken auch mit 50.
  • Gorillaz – Plastic beach: Gorillaz entdecke ich alle paar Jahre für mich wieder, wenn ich gerade mal wieder ein Album (nach seeeeehr) langer Zeit müde gehört habe. Plastic Beach begleitete mich nach Zypern und noch heute jeden 1. Samstag des Montags im Bus zum Pub. Und auf nem Roadtrip kommt Stylo schon geil.
  • Arctic Monkeys – Arctic Monkeys: Von einer Freundin die CD ausgeliehen bekommen, traf sie und das Album lief während des Schreibens meiner Masterabend oft … und brachte Schwung zum Geschirrspülen.
  • Botany Bay – Grounded: Ein Album was ewig im Ordner der Ausprobiermusik lag. Und irgendwann verliebte ich mich in den letzten Song, weil er in meine Stimmung passte. Und dann Stück für Stück ins den Rest des Albums. Bis ich es nicht mehr hören konnte gegen Ende meiner Massenarbeit.

2013

  • Johnossi – Transitions: Ich halte es kurz, ein Album, dass nicht enttäuscht hat, während drum herum in den letzten Wochen meiner Masterarbeit mein Kopf zu explodieren began. Live … hell yeah!
  • Coeur de pirate – Blonde: Einerseits der typische Fall von „Single war geil, Album dann ganz anders“. Das machte aber nichts, komplett auf Französisch ist ein ein schön melodiöses Album, bei dem der Text nicht ablenken kann.
  • Ceasars – Paper Tigers: Noch etwas aus meinem Ausprobierordner, ein Album in das ich immer mal reingehorcht habe, das aber erst im Sommer gezündet hat, wo es dann auf Arbeit die Kopfhörer rauf und runter lief.
  • NoFX – Punk in Drublic: Eine der wenigen Vorbands, die ich so dermaßen geil fand, dass ich danach weiter in die Reinhören musste und sehr geiles gefunden habe. Dieses Album ist derzeit mein Album zum Abreagieren von schlechter Laune.

Ich konnte außerdem an mir feststellen, dass sich mein Musikgeschmack wieder gewandelt hat. Nach der etwas elektronischen Phase 2011 fand ich dieses Jahr wieder zum Punk, gewisse Festivals haben ihren Teil dazu beigetragen. Und ich hab jetzt eine Ukulele.

Fünf

Ich bekam eine Zahl nicht aus dem Kopf. Fünf.
Wir waren 5 Piraten, die in einem Flächenbezirk Wahlkampf für 250.000 geschmissen haben. In anderen Bezirken war es nicht besser.
Das machte mir nicht nur sorgen, sondern regelrechte Bauchschmerzen bis hin zu dem Punkt, dass dies der Grund sein könnte keine Piraten zu wählen.

Mein Hauptgrund zu den Piraten zu gehen war ein struktureller, nicht die Struktur im Einzelnen, aber der Unterschied im Prozess zu den anderen Parteien. Ich kann mir auch keine andere Partei vorstellen, sollten die Piraten scheitern. Gleichzeitig herrschen große strukturelle Probleme in der aktuellen Partei. Basisdemokratie und Ständige Mitgliederversammlung sind ein Thema. Die Verlässlichkeit und Planungssicherheit bei ehrenamtlichen Engagement das Andere. Die Partei ist eine Trinität aus Fraktion, Vorstand und Basis. Wir wollen eine starke Basis, die sich im Gegensatz zu anderen Parteien gegen Willkür in Fraktion oder Vorstand zur Wehr setzen kann. Dabei heraus gekommen ist die Shitstorm-Empörungswelle, aber durch Ablehnung bzw Nichtannahme der Ständigen Mitgliederversammlung kein formales Mittel.
Die Basis steht langfristig auf schwachen Beinen, da wir die Verantwortung, die wir haben und die wir wahrnehmen sollten nicht gebuckelt bekommen.
Das wird gerade im Rahmen eines Länderrats diskutiert, der als gewählte Vertretung der Basis dem Bundesvorstand gegenüberstehen soll. So sehr dieser Blogpost auch ein Plädoyer dazu ist, die Basis nicht zu verlieren, so halte ich ein weiteres gewähltes Satzungsorgan nicht für den Weg. Wir haben uns bisher stark gegen ein Delegiertensystem, wie es von anderen Parteien gehandhabt wird gewehrt.

In Berlin haben wir Fraktionen, die unterbesetzt sind und es ist nicht absehbar, dass die Kandidatenlisten nächstes Mal länger werden. Auf 200 Karteileichen kommen 70 zahlende Mitglieder kommen 15 Aktive, von denen sich 5 am Wahlkampf beteiligten. Diese Zahl macht mir Angst. Dies ist eine Partei, die von Basisarbeit und aktuell teils von Selbstausbeutung lebt. Sie besitzt viel Potential und Know-How, wird aber in der Form möglicherweise nicht in der Lage langfristig die Verantwortung zu tragen, die Wähler ihr auferlegen könnten. Ist es das, weswegen wir nicht gewählt werden? Ist das nach außen hin sichtbar?
Einer Partei, die auf so schwachen Beinen steht soviel Verantwortung zu geben finde selbst ich gewagt. Das ist gerade ohne Netz und doppelten Boden. Wären wir in den Bundestag kommen wäre es sehr hart geworden.

Arschlochbusfahrer

Ich ging gemütlich nach der Arbeit zur Bushalte. es war stockiger verkehrt, der Bus stand schon, Tür war zu, blinkte aber noch nicht und so guckte ich, ob ich vielleicht noch reingelassen werden.
Der Busfahrer starrt gerade aus.
Ich klopfe an die Tür.
Der Busfahrer starrt gerade aus.
Ich winke freundlich.
Der Busfahrer starrt gerade aus.

Ich bin etwas irritiert, die Fahrgäste hinter ihm gucken mich fragen an, was mit dem Typ da am Steuer los ist.
Der Busfahrer starr gerade aus.
Ich gehe etwas nach vorne, auch wenn ich mir schon nicht mehr vorstellen kann, dass er mich ernsthaft übersieht. Nein, der ignoriert mich einfach nur eiskalt. Wäre ja ok gewesen mich nicht reinzulassen, kopf schütteln, jut is, aber hier probierte jemand durch mich durch zu gucken. Die Gäste hinter ihm zeigten mir was sie von seiner Aktion halten und zeigten den Vogel.
Als ich wieder zur Seite trete, fährt er den Bus an um sich in den stockenden Verkehr ein zu sortieren.

Ich bin etwas sauer, aber lass mir nicht die Laune kaputt machen, beginne die Straße entlang zur nächsten Haltestelle zu laufen.
Der Verkehrt stockt noch immer.
Ich überhole den Bus.
Ich komme vor dem Bus an der nächsten Halte stelle an.
Ich betrete den Bus.

Ich grüße den Busfahrer freundlich, wünsche ihm einen schönen Tag.
Der Busfahrer starrt gerade aus.

Ich gehe nach hinten durch den Bus und bekomme von allen Seiten anerkennendes Nicken und Grinsen. Arschlochbusfahrer!