Category "Das ewige Leben"

Dazwischen

Ich stehe vor Konzertbeginn der Beatsteaks in der Wuhlheide und habe die dumme Idee, eine Nachricht an eine der Nummern, der ich nicht mehr schreiben will, zu senden. Ich stelle eine Stimmung in mir fest, die ich sehr genau 3 Jahre zuvor an eben dieser Stelle bereits hatte.

Ich stand vor Konzertbeginn von Die Ärzte in der Wuhlheide.
Ich mag die Magie, das besondere, die Vorfreude, die Spannung, die Entladung und die Entspannung. Ich bin großer Konzertefan, ohne ständig auf eins gehen zu müssen. Meist ohne Begleitung verliere ich mich in der Menge, wenn ich frei tanzen will. Konzerte sind eins meiner Ventile, auf denen ich ausgelassen bin und versuche den Kontrollzwang abzulegen. Es ist schön sich buchstäblich in, mit und auf der Menge treiben zu lassen.
Wenn ich sage, ich will mit dir auf ein Konzert, ist das ein Vertrauensbeweis, noch mehr wenn es eine meiner Lieblingsbands ist.

Ich stand in der Wuhlheide, mir rasen die Gedanken, ich sehe viele tolle Menschen, die wenigsten gehen alleine und ich frage mich, warum find ich es OK ohne Begleitung unterwegs zu sein. Dann wandern die Gedanken zu den wenigen weiblichen Personen, die ich mir hier an meiner Seite vorstellen könnte. Damals wie heute waren dies nur Menschen der Vergangenheit, die mich manchmal noch in Gedanken begleiten, weil sie etwas zurück ließen, aber aus guten Gründen nicht mehr da sind. Ich fühlte mich ausgeglichen, hatte vieles hinter mir gelassen und war bereit für Neues: Bereit für Aufruhe, Chaos, halt Herzscheiße und so.
Ich betrachtete die Nachricht und drücke Löschen.

Keinen Monat später trat sie in mein Leben und stellte es auf den Kopf. Es reichte nicht für uns. Sie nahm mich mit auf Festivals. Ich fragte sie, ob sie auf ein Konzert meiner Lieblingsband mitkommen mag – sie sagte ja und sagte mir später für einen Anderen ab.
Auf einem Festival endete unsere Freundschaft.

Ich stand im Huxley’s Neue Welt und wollte mich in Luft auflösen.
Ich stand vor der Freilichtbühne des Tempelhofer Felds und als zu ‚Himmelblau‘ die ISS über das Publikum flog, lag ich in Tränen.
Ich stand auf dem Highfield-Festival und sah sie überall.
Ich stand in der Columbia Halle, schrie mir die Seele raus und fühlte mich frei.

Ich stehe vor Konzertbeginn der Beatsteaks in der Wuhlheide und stelle eine Stimmung in mir fest, die ich sehr genau 3 Jahre zuvor an eben dieser Stelle bereits hatte.
Ich ändere die Nummer und drücke Senden.

Bahncomfort für alle

Die Züge der S-Bahn zwischen Halle und Leipzig sind geräumig und mit barrierefreiem Zugang. Beim Halt im Bahnhof klappt immer eine kleine Rampe au – es bleibt keine Stufe, für Rollstuhlfahrer ist aber nur der allererste Eingang vorne im Zug. Auf dem Bahnsteig gibt es keine Markierung oder Hinweis, doch diesen zu Benutzen – “die Züge halten auch eh immer woanders am Bahnsteig“.

Diesmal fährt er bis ans Ende und alle müssen vom anderen Ende kommen und steigen in der hintersten Tür ein. Darunter auch eine Rollstuhlfahrerin, die sogleich von einer Zugbegleiterin angemotzt wird, dass dies nicht der Rollstuhleingang sei. Auf den Eingangstüren sei doch eine Markierung mit dem Hinweis – sie würde das jetzt nur tolerieren, weil wir nur noch eine Station fahren.

Das alles „damit nicht der Notausgang blockiert wird.“
Fahrräder und Kinderwagen dürfen überall stehen.
Keine Pointe.

Karriere

Der folgende Beitrag ist nicht von mir verfasst, sondern lediglich von mir übersetzt. Das Original ‘Career’ von Leo Babauta  auf Zenhabits fand ich grandios und wollte es auch in meiner rein-deutschsprachigen Umkreis teilen können.

Eine 15-jährige schrieb mir und fragte, wie sie herausfindet, was sie mit ihrem Leben machen soll. Sie schrieb:

Als Schülerin der Oberschule werde ich ständig daran erinnert heraus zu finden, was ich mit meinem Leben machen will, welche Karriere ich haben will und so weiter. Ich spüre großen Druck, wenn meine Lehrer und Eltern mir sagen, ich sollte das jetzt heraus finden. Ich bin jung, ich will keine Fehler machen und mir die Zukunft versauen. Ich weiß, was ich mag und was meine Interessen sind, aber wenn ich bezogen darauf über Jobs lese, dann bekomme ich immer das Gefühl ich würde daran keinen Spass haben und ich weiß nicht wieso.

Eine schwierige Sache heraus zu finden: Was will ich in der Zukunft machen?! Nun, ich kann dieser jungen Frau nicht wirklich sagen, was sie machen soll, da ihre Eltern dies möglicherweise nicht sehr mögen. Aber ich kann versuchen zu vermitteln, was ich auf mein Leben zurück blickend gelernt habe und was ich meinen Kindern (Das Älteste sucht mit 21 noch was es will, aber ich habe auch 17- und 16-jährige Jungs und ein 14-jährige Mädchen) mitgeben werde.

Ich würde dies sagen: Read More →

Arschlochbusfahrer

Ich ging gemütlich nach der Arbeit zur Bushalte. es war stockiger verkehrt, der Bus stand schon, Tür war zu, blinkte aber noch nicht und so guckte ich, ob ich vielleicht noch reingelassen werden.
Der Busfahrer starrt gerade aus.
Ich klopfe an die Tür.
Der Busfahrer starrt gerade aus.
Ich winke freundlich.
Der Busfahrer starrt gerade aus.

Ich bin etwas irritiert, die Fahrgäste hinter ihm gucken mich fragen an, was mit dem Typ da am Steuer los ist.
Der Busfahrer starr gerade aus.
Ich gehe etwas nach vorne, auch wenn ich mir schon nicht mehr vorstellen kann, dass er mich ernsthaft übersieht. Nein, der ignoriert mich einfach nur eiskalt. Wäre ja ok gewesen mich nicht reinzulassen, kopf schütteln, jut is, aber hier probierte jemand durch mich durch zu gucken. Die Gäste hinter ihm zeigten mir was sie von seiner Aktion halten und zeigten den Vogel.
Als ich wieder zur Seite trete, fährt er den Bus an um sich in den stockenden Verkehr ein zu sortieren.

Ich bin etwas sauer, aber lass mir nicht die Laune kaputt machen, beginne die Straße entlang zur nächsten Haltestelle zu laufen.
Der Verkehrt stockt noch immer.
Ich überhole den Bus.
Ich komme vor dem Bus an der nächsten Halte stelle an.
Ich betrete den Bus.

Ich grüße den Busfahrer freundlich, wünsche ihm einen schönen Tag.
Der Busfahrer starrt gerade aus.

Ich gehe nach hinten durch den Bus und bekomme von allen Seiten anerkennendes Nicken und Grinsen. Arschlochbusfahrer!

Nebeneinander in der Nichtexistenz

Was nicht erlaubt ist, das muss verboten sein.
Das ist es wahrscheinlich sogar.
Aber wo kein Henker, da kein Richter.

Ich stehe im zweiten Stock einer großen Fabrikhalle einer Brauerei. Es ist hell, die Sonne scheint durch die gebrochenen Scheiben. Es ist leer, der Boden bedenkt vom Glas. Es war eine Brauerei, heute ist es ein Haus, auf einem Gelände an einer viel befahrenen Straße, in diese Einfahrt fährt jedoch seit 20 Jahren niemand mehr. Wen es hier hin zieht, der sucht eine andere Welt und findet sie mit ihren eigenen Normen und Regeln. Machen die Scherben, die verbrannten Autos, die Graffiti und die unnachgiebigen Birken auch den Eindruck in ein Land der Anarchie hinabzusteigen.

Hier ist niemand zufällig. Jeder weiß worauf er sich eingelassen hat und hat sein Ziel. Sei es die große Rückwand, die freien Säle mit der coolen Akustik oder die Tupperdose zwischen dem Altmetall. In den Katakomben kannst du den Isomorph fantasieren, im Turm über der Stadt das einstige Bier besingen und auf dem Boden markieren an welchem gottverlassen Ort du deine Freundin rangenommen hast. Und zwischendurch findest du einen Golfball.

Keine Nachbarn zur Ruhestörung, ein Ort zum Saurauslassen. Zum rücksichtslos sein auf eigenem Risiko. Und doch alleine ist man nicht. Mit Freunden begebe ich mich auf Erkundungstour, getarnt und geleitet durch das Versprechen eines kleinen Schatzes. Wir sind nicht die Einzigen, beinahe wie in der einstigen Abfertigung kommen und gehen die Teams, wir dazwischen. Man hilft sich wenn es passt.

Ich stehe im zweiten Stock einer großen Fabrikhalle einer Brauerei. Wir müssen nach oben, an der großen Wand schaffen 2 Graffiti-Künstler und bereiten in aller Ruhe ihr Werk vor. Sie gucken uns kurz so skeptisch an, wie wir sie. Sie lassen sich nicht stören, wir uns auch nicht. Kurz darauf sind wir ein Stockwerk höher über ihren Köpfen und hangeln uns über die Metalllaufstege der Deckenkonstruktion. Man hört uns reden, die Sprayer philosophieren, wieso Geocacher sich diesen Ort und diesen Aufwand suchen. Eine durchaus berechtigte Frage. Die Sprayer und wir haben hier einen Ort gefunden außerhalb der Sichtweite. Ein Ort der Eigenverantwortung und der Rücksichtnahme. Man mag nicht verstehen, was der andere hier sucht, aber hat er es gefunden und belästigt nicht, so ist jeder zufrieden.

Von harmlosen Photografen, die die inspirierende Szenerie des Verfalls, kreativen Auslass und Zerstörung nutzen, bis pubertierende Mitzwanziger im Testosteronrausch und einer Aversion gegen heile Scheiben zieht dieser Ort alle in einen Bann.
Dieser Ort ist tot, doch sein Schatten ist noch.
Dieser Ort ist nicht erlaubt, er existiert nicht.

Roadpizza

Ich wurde gerade Zeuge wie in der Warschauer Straße ein Eichhörnchen überfahren wurde. Ich sah das Kastanienrote Geschöpf über die Straße zwischen den Autos hüpfen und rief noch zu meinem Kollegen “Uh, guck ein Eichhörnch…” Dann sprang es unter einen Reifen und war danach flach. Es zuckte danach noch 2 Mal und blieb am Boden kleben…

Eine Viertelstunde später war es weg. Ich hab mir das Nummernschild des Autos nicht gemerkt. Warum würde jemand ein totes Eichhörnchen mitnehmen?

Synchro

Menschen bekommen erst durch ihre Stimme Charakter. Dafür, dass die Stimme über Sympathie und Ablehnung erscheidet ist die Stimmauswahl bei Synchronisierung eine reine Zumutung und stellt die Frage in den Raum wie man Filme und Serien eigentlich gleichzeitig hassen kann und dennoch in der Branche arbeitet. Wenige Entscheidungen sind so entgültig wie die Auswahl der Synchronsprecher einer Serie. Dafür dass es nur einen Versuch gibt das Publikum von sich zu überzeugen, scheint die Entscheidung über die Sprecher ziehmlich egal zu sein. Wenn am Ende die Serie hier als einzigem Land der Erde floppt, dann wirds halt auf kulturelle Unterschiede geschoben, Synchronisierung ist hier schiießlich kein Thema und wer regt sich schon darüber auf… Leute ohne Fernseher!

Theorienfindung

Auf dem Nachhauseweg ging ich hinter etwas hinterher, das die äußere Erscheinung eines Mannes hatte. Ich starre eher selten Menschen hinterher und noch viel seltener Männern, jedoch hatte diese Erscheinung einen Hinterkopf, der einen in einen Bann reißen und die Gedanken dahintragen konnte.

Aus seinem Hinterkopf, genau wo Schädel und Genick sich treffen wuchs eine einzelne Rasterlocke aus seinem Kopf und verschwand im Kragen seiner Jacke. Es gab keinen Hinweis darauf wie weit sie noch in die Jacke ragen würde und das Alleinstellungsmerkmal war die ansonsten eher karge haarliche Bewachsung des Kopfes. So wirkte es wie eine einzelne Verloren gegangene Rastalocke, die einfach fehl am Platze war und man sich Gedanken zu der Geschichte dahinter macht.

Ist es die Letzte ihrer Art auf einem ehemals prallen Haarschopf, der Tommy stolz gemacht hätte und heute nur noch der Schatten seiner  selbst ist? Das setzt vorraus, dass es eine Locke war? Vielleicht ist es aber auch das legendäre Stammhirn, dessen Existenz heute nicht mehr bezweifelt wird – anders beim Großhirn. Ehrlich, schaut euch doch mal um…

Vielleicht ist es nur eine Attrappe und in wirklichkeit versteckt sich dahinter ein Schlauch für eine außerirdische Atmungsvorrichtung, die auf dem Rück unter der Jacke montiert ist. Vielleicht fungiert der gesamte Körper wie ein Taucheranzug für einen extra-terranischen Besucher.

Oder vielleicht handelt es sich um ein Computerkabel, dass die Hirnsignale direkt in einen kortikalen Subprozessor leitet und die Gedanken allen Drohnen des kollektiven Gehirns zur Verfügung stellt. Für diese Cybord-Theorie sprechen auch die zusätzlichen Kabel, die aus den Ohren hingen.

Auch nach Minuten der Observation konnte ich keinen schlüssigen Beweis für irgendeine meiner Thesen finden. Er bog dann in einen Döner ab, was ja hier alle machen und damit die beste Möglichkeit ist unterzutauchen und seine Tarnung zu erneuern.

Biotop

Auf dem Land bei meiner Schwester, hinter dem Haus neben dem Carport steht ein Fuchsschwanz. Auf der Pflanze sammeln sich Blattläuse und decken große Teile des Stengels weitflächig ab. Gezüchtet und gehütet werden sie von einer Horde Ameisen, die sie wie Vieh auf der Weide halten, bis die Ameisen sich an ihnen laben. Diese Massenlaushaltung zieht Wespen an, die sich an den Ameisen gut tun. Die Wespen werden von den Hornissen geschnappt und die Hornissen in der Abenddämmerung von den Vögeln und Fledermäusen, die am nächsten Morgen dank der Katze vor der Tür liegen.

Das tägliche Was-zur-Hölle

Fluchen geht einfach nicht so schön auf deutsch.
TheDailyWTF ist ein Blog, das täglich die schlimmsten Programmierergeschichten erzählt. Geschichten die unsereins die Nackenhaare aufrichten und die wir alle in der einen oder anderen Form schon erlebt haben.

Sehr schön finde ich die Kategorie CodeSOD, die Quellextschnipsel präsentiert, die grottenschlecht bis fremdschämidiotisch sind. Kürzlich hab ich einen solchen Schnipsel eingeschickt, den ich in einer Bildkonvertierungsbibliothek gefunden habe. Es ging darum, dass die Funktion einem zurückgeben soll, ob der Wert x eine Potenz von 2 ist.

/*
=============
checkSizeMake sure its a power of 2.
=============
*/
int checkSize(int x) {
if (x == 2 || x == 4 || x == 8 || x == 16 || x == 32 || x == 64 || x == 128 || x == 256 || x == 512)
return 1;
else
return 0;
}Den Schnipsel hab ich im Februar bei TheDailyWTF eingeschickt und wie ich gerade feststelle wurde er letzte Woche gepostet. Yeah! :)

Rollstuhlware

Ein Mann stackst störrisch die Straße entlang. Vor sich schiebt er einen Rollstuhl. Der Bürgersteig ist – wie dieser Tage üblich – vereist und jeder steht vor der Wahl zwischen Glatt und Nass. An den Bordsteinkanten bilden sich Eispfützen, wer gut ist navigiert drum herum, wer aufpasst, kann hintersich jemanden Hören der nicht so gut aufpasst. Der Mann hat den zerstoßenen Eisschnee als Oberfläche gewählt und kämpft mit den Rädern seines Rollstuhls. Es sieht etwas unbeholfen aus, er legt sich ins Zeug und drückt das Gefährt, doch der Schnee leistet Widerstand. Er lehnt sich etwas nach vorne. Es sieht aus als wolle er seinem Gefährten etwas sagen, vielleicht “wollen wir tauschen?”. Aber er spricht nichts, er kontrolliert die Ladung. Tauschen wäre auch gar nicht gegangen. Drei Bierkisten bieten nicht viel Schub auf verschneitem Gehweg. Im Gegenteil, dem Mann nach zuurteilen ist schon die Wirkung einer Flasche eher dem Fortkommen hinderlich. Das ist der Gedanke die Fortbewegung und Transportmaximierung mit Hilfe eines Rollstuhls gar nicht so blöd. Ich frag mich wo er ihn her hat.

Multiples Leid

Ich leide gerade. das aber in einer eigentlich positiven Form. Ich hab morgen meine letzte Klausur, quäle mich über Mathe-Heftern von A wie Geometrie bis Z wie Fourir-Transformation. Neben mir steht mein neuer Rechner, den zu installieren mein Wochenende draufgegangen ist. Ich habe neue Games, ich hab 2 Wagen an denen ich für CTDP und für RaceCar arbeite, ich hab 2 Blogartikel, die ich hier endlich fertig schreiben will. Von Marvin bekam ich vorhin eine Lösung für ein Problem, dass mich an meinen DDS-Utilities ausbremst und nebenbei füllen sich die nächsten Wochen mit Leben und Terminen aller Art.

Es gibt soviel zu tun, und mir brennts in den Fingern endlich von Mathe weg zu kommen!

Partygedanken

Meist sind Dinge über die man spät abends auf einer Party lacht am nächsten Morgen überhaupt nicht witzig. Es gibt Ausnahmen, wenn der Kontext klar ist.

  • In einem Raum voller Hunde- und Katzenliebhaber eine Vietnamesin “How do you like your dog?” fragen…
  • Einen Iren nach dem St-Patricks-Day  fragen, der antwortet “there are two groups of people, those who are drunk and those who are embarresed”…

Erstaunlich nebenbei die Erkenntnis, dass Anglistik-Master Studenten ebenfalls auf Parties irgendwann Studienplanung für die nächste Woche zu betreiben. Ich dachte Medieninformatiker wären schlimm. Der große Unterschied zwischen beiden Studiengängen ist jedoch, dass die Anglistiker in ihrem Studiengang jemanden mit der Beschreibung “der mit dem Laptop und dem Bart” eindeutig identifizieren können. Bei uns undenkbar…

Spende

Ich biege um die Ecke und komme an drei Kontainern für Altsachen vorbei. Vom dritten Kontainer mit “Kinderspenden” entfernt sich ruhigen Schrittes eine junge Frau. Sie lässt einen Kinderwagen davor stehen …

Subtil auffällig normal

Gestern stand ich am Alex vor einer Papier-Burger-Franchise mit goldenen Bögen. Auch wenn ich gerne mal fies essen gehe, so ist mir das Nahrungssubstrat dort einen Tick zu fies, so dass ich meist davor stehen bleibe, während andere ihre Essensimulation auswählen. Ich stand also vor dem Laden und sehe angestrengt wartend aus.

In solchen Situationen gebe ich mich auffällig normal, aber gerne leicht abweichend. Ich stehe und beobachte gerne. Manchmal treibe ich auch subtile Scherze, starre 10 Minuten eine Reihe Pfannen im Laden gegenüber an. Gucke immer nur an die Decke, springe von einem Bein aufs andere. Einfach nur um ein bisschen subtile Verwirrung zu stiften und irgend einem Vorbeigehenden den kurzen Gedanken “was zum …” abzuringen. Ich bin ja viel zu feige um mich groß abweichend zu verhalten. Lieber stehe ich mit meinem Cola-Glas, trinke Milch draus und starre es Minutenlang stark darüber nachdenkend, was für eine kleine Ironie sich hier ergibt, an. Dort , Weiß – der Inbegriff der gesunden Getränke und dort, Schwarz – die Antwort auf die Frage ab wann eine Zuckerlösung gesättigt ist. An der Art und Weise, wie ich warte kann man auch sehen ob und wie genervt ich bin. Wenn ich im Kitschladen anfange Wecker aufzuziehen und übertrieben wie ein Zombie durch die Gegend zu laufe, dann ist das ein kleiner subtiler Hinweis darauf  das meine Begleiter den Laden nun verlassen könnte. Meist bin ich leider mit Leuten unterwegs, die vor keinem peinlichen Verhalten geschockt sind und nur um so mehr mich in meinen Wahn zu treiben.

Also ich wartete gestern so am Alex. Hatte mal nichts böses im Sinn, ich war richtig subtil auffällig auffällig normal. Ein Mann schlich sich heran und fragte mit sehr gedämpfter Stimme, ob ich “Age” für ihn hätte. In gleicher gedämpfter Stimme und mit einem gespielten Nachhall von “nicht für dich” verneinte ich ihm.

In Südtirol unterhielt ich mich mit einem Kollegen über Drogenschmuggel. Er war Raggae-Fan mit Rastas, die sein Kopfvolumen verdreifachten. Er meinte, an der Grenze würde ihn jeder stoppen und so normale Leute, wie ich hätten beim Schmuggeln bessere Chancen. Zu blöd, dass ich für mich schon festgestellt habe, dass das nicht mein Job wäre.

Vierergespann

In Berlin fahren die S-Bahnen wieder etwas häufiger. Die Konsequenz ist, dass die Züge wieder voller werden. Sagen wir wenn jetzt im Vergleich zur Vorwoche 2x mehr Züge fahren, dann wollen jetzt 3x mehr Leute mitfahren.

An meinem kleinen Bahnhof am Außenring der Stadt wird gebaut. Seit zwei Jahren, neue Bahnsteige, neue Gleise. Alles sehr schick, solangsam sieht man was es wird. Ein Bahnsteig wurde schon freigegeben, von dem kann man den Bauarbeitern beim Gleiseverlegen zu gucken. Manchmal finden Sie sie wieder. Ich frag mich ja schon seit Jahren wie sie die so glatt hinkriegen. ich habe noch keine Wasserwage entsprechender Größe gesehen und würde mich gerne mal als 9 jähriger Verkleiden und einen Brief an die Sendung mit der Maus schreiben und sie bitten mir mal zu erklären wie Gleise verlegt werden.

Neulich stand ich wieder so da stand mir die Beine in den Bauch. Die Gleise gegenüber lagen jetzt schon und von weitem kam ein vierer Gespann mit lustigen Schubkarren. Nein warte, sah nur aus wie Schubkarren. Es die überdimensionale Version eines Schlagschraubers. Kürzlich hatte ich noch über Schlagschrauberzieher gelacht. Nun kamen diese Schlagschrauber, das eine Rad fuhr auf der Schiene und der Tüp griff es wie eine Schubkarre. setzte alle paar Dezimeter den Schrauber auf eine Schraube drückte runter und festigte das Mutterstück.

Es waren vier dieser Art und beeindruckend war die Synchronisation ihrer Handlung. Der erste vorne links kümmerte sich nur um die schrauben links der linken Schiene. danach der um die Schrauben links der rechten Schiene. Dann rechts der linken Schiene und schließlich rechts der rechten Schiene. Logisch oder? So ging das eingespielte Team Meter für Meter voran und festige Schraube für Schraube, kamen an unserem Bahnsteig vorbei und wären wieder von dannen gezogen, wäre nicht in just dem Moment auch meine Bahn gekommen.

Links rechts geradeaus, oder: Dimensionen

The Big Bang Theory geht wieder weiter und um eventuell Aufkommende Besserwisser-Attacken Sheldon Coopers besser zu bestehen dachte ich mir ein Thema, wozu ich einige kürzlich gute Links gefunden habe mal zusammen zu fassen: Dimensionen.

Geklärt wird erst die Frage: Was sind Dimensionen?

Das nächste Video erklärt anschaulich alle 10 Dimensionen: Visualizing up to the tenth dimension

Und nochmal in gaaaanz langsam und auf Deutsch die Eklärung der geometrischen Dimensionen auf Dimensions-Math.org :)

Und das letzte Video zeigt diese Theorie angewandt in alltäglicher Situation: Ice Age in 4D and 5D and 6D and …

Mit diesen Grundlagen, sollte das Thema der Dimensionen unseres und aller anderen Universen erstmal gut abgedeckt sein.

Diverse Projekte

Heute, Kategorie “Projekte, die in irgendeiner Form eine Notiz verdienen”

Ich hab vor nem Jahr an einigen DDS-Utilities für Java geschrieben. Nen Jahr lang wusste ich nicht was ich mit denen anfangen soll, veröffentlichen? Waren aber noch nicht fertig. Ich hab se jetz Open Source gestellt und den Code kann man bei Github einsetzen und runterladen. Mehr dazu hab ich im Development Blog bei CTDP geschrieben. Fertige Versionen, die auch Menschen benutzen können, die nicht wissen wie ein Compiler geht kommen vielleicht demnächst. Hängt wie immer von der Zeit und der Anzahl der langweiligen Meetings/Vorlesungen ab.

Mein Praktikum bei Tudor in Luxemburg ist sogut wie rum. 4 Monate konnte ich an dem Projekt meiner ehemaligen Bachelor-Arbeit weiterarbeiten und die neue Version ist dieser Tage erschienen. Ebenfalls gilt man schaue ins entsprechendes Devblog.

Bei CTDP gibts eigentlich auch einiges zu erzählen, aber das zu geeigneter Stunde.