Category "Hören"

Dazwischen

Ich stehe vor Konzertbeginn der Beatsteaks in der Wuhlheide und habe die dumme Idee, eine Nachricht an eine der Nummern, der ich nicht mehr schreiben will, zu senden. Ich stelle eine Stimmung in mir fest, die ich sehr genau 3 Jahre zuvor an eben dieser Stelle bereits hatte.

Ich stand vor Konzertbeginn von Die Ärzte in der Wuhlheide.
Ich mag die Magie, das besondere, die Vorfreude, die Spannung, die Entladung und die Entspannung. Ich bin großer Konzertefan, ohne ständig auf eins gehen zu müssen. Meist ohne Begleitung verliere ich mich in der Menge, wenn ich frei tanzen will. Konzerte sind eins meiner Ventile, auf denen ich ausgelassen bin und versuche den Kontrollzwang abzulegen. Es ist schön sich buchstäblich in, mit und auf der Menge treiben zu lassen.
Wenn ich sage, ich will mit dir auf ein Konzert, ist das ein Vertrauensbeweis, noch mehr wenn es eine meiner Lieblingsbands ist.

Ich stand in der Wuhlheide, mir rasen die Gedanken, ich sehe viele tolle Menschen, die wenigsten gehen alleine und ich frage mich, warum find ich es OK ohne Begleitung unterwegs zu sein. Dann wandern die Gedanken zu den wenigen weiblichen Personen, die ich mir hier an meiner Seite vorstellen könnte. Damals wie heute waren dies nur Menschen der Vergangenheit, die mich manchmal noch in Gedanken begleiten, weil sie etwas zurück ließen, aber aus guten Gründen nicht mehr da sind. Ich fühlte mich ausgeglichen, hatte vieles hinter mir gelassen und war bereit für Neues: Bereit für Aufruhe, Chaos, halt Herzscheiße und so.
Ich betrachtete die Nachricht und drücke Löschen.

Keinen Monat später trat sie in mein Leben und stellte es auf den Kopf. Es reichte nicht für uns. Sie nahm mich mit auf Festivals. Ich fragte sie, ob sie auf ein Konzert meiner Lieblingsband mitkommen mag – sie sagte ja und sagte mir später für einen Anderen ab.
Auf einem Festival endete unsere Freundschaft.

Ich stand im Huxley’s Neue Welt und wollte mich in Luft auflösen.
Ich stand vor der Freilichtbühne des Tempelhofer Felds und als zu ‚Himmelblau‘ die ISS über das Publikum flog, lag ich in Tränen.
Ich stand auf dem Highfield-Festival und sah sie überall.
Ich stand in der Columbia Halle, schrie mir die Seele raus und fühlte mich frei.

Ich stehe vor Konzertbeginn der Beatsteaks in der Wuhlheide und stelle eine Stimmung in mir fest, die ich sehr genau 3 Jahre zuvor an eben dieser Stelle bereits hatte.
Ich ändere die Nummer und drücke Senden.

alben der letzten jahre 2012/2013

Es ist schon wieder 2 Jahre her, dass ich über meine Lieblingsalben der letzten Jahre geschrieben habe. Irgendwie komm ich da nur alle 2 Jahre zu, obwohl ich mehr als genug habe, die mich über die Zeit begleitet haben und ans Herz heran und teilweise wieder weg gewachsen sind. Auf auf:

2012

  • Die Ärzte – Auch:  Ja, klar, ich bin und bleibe Fan und es ist immer wieder spannend zu gucken, welche Songs genau im richtigen Moment Resonanz finden. Seit dem Album hab ich sie auch wieder 3 mal live gesehen. Sie rocken auch mit 50.
  • Gorillaz – Plastic beach: Gorillaz entdecke ich alle paar Jahre für mich wieder, wenn ich gerade mal wieder ein Album (nach seeeeehr) langer Zeit müde gehört habe. Plastic Beach begleitete mich nach Zypern und noch heute jeden 1. Samstag des Montags im Bus zum Pub. Und auf nem Roadtrip kommt Stylo schon geil.
  • Arctic Monkeys – Arctic Monkeys: Von einer Freundin die CD ausgeliehen bekommen, traf sie und das Album lief während des Schreibens meiner Masterabend oft … und brachte Schwung zum Geschirrspülen.
  • Botany Bay – Grounded: Ein Album was ewig im Ordner der Ausprobiermusik lag. Und irgendwann verliebte ich mich in den letzten Song, weil er in meine Stimmung passte. Und dann Stück für Stück ins den Rest des Albums. Bis ich es nicht mehr hören konnte gegen Ende meiner Massenarbeit.

2013

  • Johnossi – Transitions: Ich halte es kurz, ein Album, dass nicht enttäuscht hat, während drum herum in den letzten Wochen meiner Masterarbeit mein Kopf zu explodieren began. Live … hell yeah!
  • Coeur de pirate – Blonde: Einerseits der typische Fall von „Single war geil, Album dann ganz anders“. Das machte aber nichts, komplett auf Französisch ist ein ein schön melodiöses Album, bei dem der Text nicht ablenken kann.
  • Ceasars – Paper Tigers: Noch etwas aus meinem Ausprobierordner, ein Album in das ich immer mal reingehorcht habe, das aber erst im Sommer gezündet hat, wo es dann auf Arbeit die Kopfhörer rauf und runter lief.
  • NoFX – Punk in Drublic: Eine der wenigen Vorbands, die ich so dermaßen geil fand, dass ich danach weiter in die Reinhören musste und sehr geiles gefunden habe. Dieses Album ist derzeit mein Album zum Abreagieren von schlechter Laune.

Ich konnte außerdem an mir feststellen, dass sich mein Musikgeschmack wieder gewandelt hat. Nach der etwas elektronischen Phase 2011 fand ich dieses Jahr wieder zum Punk, gewisse Festivals haben ihren Teil dazu beigetragen. Und ich hab jetzt eine Ukulele.

Bilanz Katzenjammer Konzert am 10.11.11

Die CD “Le Pop” vergöttere ich. So war der Wunsch schon länger da, die Damen live zu sehen. Das erste Konzert diesen Jahres in Berlin wäre allerdings einen Tag nach Rückkehr aus Marokko gewesen, den ich doch lieber mit Freunden verbrachte. Nächste Chance war heute. Die Bilanz:

  • Columbiahalle, nicht ganz ausverkauft aber voll genug um Platz zum Tanzen zu haben
  • Sehr gute Frauenquote, nicht nur auf der Bühne. Und apropos Gleichberechtigung, die einzigen Männer auf der Bühne waren die Roadies und ein Bassist als Unterstützung bei der Vorband-Singer-Songwriterin.
  • Epischster Moment, der dritte Song, der erste von Le Pop, den alle Kanten, sprangen und dazu grandiose Beleuchtung.Ebenso das letzte Lied vor den Zugaben, was natürlich “A Bar in Amsterdam” sein musste.
  • Katzenjammer sind 4 Mädels + eine Gastmusikerin als Support. Nach jedem Stück tauschen sie Instrumente, das hab ich so noch nicht gesehen und war faszinierend. Zu den Instrumenten gehörten Gitarre, Akkordeon, Banjo, Keyboard, Schlagzeug, Kontrabass, Trompete, Mundharmonika und an einer Stelle noch eine Flöte.
  • Ich hab zum Glück eine Ecke erwischt wo etwas getanzt wurde. Allgemein ging’s sehr langsam los bis die Leute sich mal vom Boden in die Luft begaben. Nach dem Konzert haben das so viele bemängelt, dass ich mich frage warum keiner davon angefangen hat.
  • Gegen Ende hat sich hinter mich ein Depp gestellt, der in den unpassendsten Moment gepiffen hat. Ein Pfeifen der lauten Art, die im Kopf mitschrillt und mehrmals sogar einen Flanger im Kopf verursachte. Äußerst unangenehm und rücksichtslos, DU ARSCH!
  • Und beim Warten auf den Konzertbeginn fing Eine hinter mir an zu Versuche ihre Freundin zu überzeugen, dass Shakespear sein kram nicht selbst geschrieben hätte. Schwachsinnge euer Bus fährt!
  • Kein biergetränkter Boden!
  • Erkenntnis: Muschibeutel ist auch bei Rockkonzerten extrem praktisch!

Alben der letzten Jahre 2010/2011

Ich hatte ja 2009 schon einmal einen musikalischen Jahresrückblick (im Juni) gemacht. Da ich letztes Jahr geschlafen habe und dieses Jahr noch nicht zuende ist, gibt es nun die nächsten Rückblicke. Und irgendwann werd ich mich mal um ein Wort für hörbare Rückblicke bemühen.

2010

  • Bela B – Code B: Fällt in die Kategorie “gutes Album durch Live-Erinnerung zu sehr gutem Album aufgewertet”. Verglichen zum ersten Album etwas schwächer und gleichförmiger, aber trotzdem ewig hörbar mit ebensovielen Perlen.
  • Johnossi – Mavericks: Fällt in die Kategorie “gutes Album durch Live-Erinnerung zu sehr gutem Album aufgewertet”. Soll ich nochmal das gleiche wie bei Code-B schreiben? Dieses Album hat nen anderes Ambiente als ihr erstes Album, geht aber wieder in einem Rutsch durch zu hören und diesmal ohne depressiv zu werden.
  • entertainment for the braindead – Roadkill (zum freien Download, Creative Commons): Banjo, viel Banjo, ein bisschen Piraten und Julias Stimme. Nufz.
  • Free Music Contest 2009 (zum freien Download, Creative Commons): Eine hammergeile Compilation freier Musik. Breites Spektrum und wunderschöner Mix. Wenn ich jemandem damit überzeugen will, das freie und kostenlose Musik gut ist, dann würd ich ihn auf diese CD verweisen.
  • Katzenjammer – Le Pop: könnte auch 2011 noch eins meiner Lieblingsalben sein. Es rockt und rollt, episch, melodiös und doch verspielt. Ich nenn es Jahrmarktsmucke was die Damen fabrizieren und es ist abwechslungsreich und voll auf meiner Wellenlänge.

2011

  • Avril Lavigne – Goodbye Lullaby: Ich fand die ersten beiden Singles (Skater boy und Complicated) gut und danach für Jahre nichts mehr. Wir spuhlen vor. Ich war Beifahrer bei Codan, der Goodbye Lullaby ins Kassettendeck schob und laut drehte. Ich war überzeugt. Seitdem hab ich das Album gefühlt 83.000mal gehört. Und das trotz diverser inhaltlicher Kritik wie veralteter Rollenbilder in den Texten.
  • Professor Kliq – The Scientific Method, Volume II Experiments in Sound Perspective (zum freien Download, Creative Commons): Ja, ich höre inzwischen auch elektronische Musik und the Scientific Method ist einfach super Abends mit einer Mate zum Programmieren und booty-shaken auf dem Bürostuhl .
  • Botany Bay – Grounded (zum freien Download, Creative Commons): Lag lange im “Mal reinhören”-Ordner und nachdem ich reingehört habe lief es in Dauerschleife. Unaufgeregte Musik, dezenter Gesang, nicht hochproduziert, aber gerade richtig um nicht langweilig zu werden.

Ja, ich habe Künstler, würden sie jedes Jahr ein vollwertiges Album rausbringen, würde das jedes Jahr in der Liste landen. Würden sie das aber tun, wäre ich schnell gelangweilt. Daher tun sie es nicht… meinetwegen!

UPDATE: Oh mein Gott, ich habe Le Pop vergessen!

Der Fatalist

Ich komme gerade vom Funny van Dannen-Konzert und darf damit wieder einen Künstler von meiner Live-Todo-Liste abhaken. Funny van Dannen live, das ist ein Saal voller Menschen, ein Einzelner mit Gitarre auf einer Bühne und ein musikalischer Poesie und Hirnschwund. Die Stichpunkte:

  • Es hatte was einer literarischen Lesung: Ein Notenständer mit Blättern und eine weiße Gitarre und die nie nachgestimmt werden musste.
  • 2000 stehende Menschen
  • 200 die Singen
  • 20 die Tanzen
  • Persönlich gefühlte eigene Textsicherheit ~80%
  • 2,5 Stunden Konzert und ich bin nicht heiser. Man muss dazu sagen, Funny van Dannen ist genau meine Simmlage und das Konzert hätte aus der Sicht noch länger gehen können, hatte aber perfekte Länge.
  • Ein ganzer Saal der über “Posex und Poesie” singt
  • Liebste neue künstlich-implantierte Erinnerung: Mein Lieblingshaustier war eine flache Ratte und die Aktion mit der Mäusepissenpistole

Das Leseoktett #22

Politik:

Schäubles Nachtlektüre: Deutschland ein Schauermärchen

Gesellschaft:

Amokläufe und das “System Schule” in Deutschland: Statistische Auswertung und Betrachtung, warum in deutschen Schulen weltweit die meisten Amokläufe passieren.

Die Generation C64 schlägt zurück

e-Petitionen – Zwangsouting ohne Argumente

Unternimm die Zukunft – Interview-Podcast mit Götz Werner

Kurios:

Ultimate Adventure Course: Hunt down your own Somali pirate!

Keine Ahnung unter dieser Nummer: Aufarbeitung eine Recherche über 7 aufgenommene Straftaten unter dem Strafbestand “Herbeiführung einer Explosion durch Kernernergie” seit 1990

Sealand

Geil:

Hubbles final servicing mission

Department of Skunk Deodorization

Lachende Leute in der U-Bahn

Alben der letzten Monate

Jahresrückblicke am Ende eines Jahres sind ja doof. Wenn ich so meine prägendsten oder liebsten Alben der letzten 12 Monate raussuchen sollte, dann wären das diese:

  • Farin Urlaub – Die Wahrheit übers Lügen: jetz keine Überraschung, höchstens, dass ich die beiliegende EP mit Raggae und Dancehall-Stücken auch hammergeil fand. Ich glaub ich hab doch was aus Südtirol mitgenommen, eine Tendenz, die auch bei den anderen Alben auffällt. Danke T.
  • Johnossi – Johnossi: “Man must dance” wurde mir schon 2007 nahegelegt und ich hab den Song geliebt. Allerdings hab ich mir erst im März mal das Album besorgt und mich verliebt. Ich weiß nicht ob es meine Stimmung war, aber ich kriegte es weder aus meinem Kopf noch meinem Ohr raus. Nach einer selbstgestellten Zwangspause kann ichs wieder hören und drin versinken.
  • Pornophonique – 8-bit Lagerfeuer (zum freien Download, Creative Commons): Besticht durch seinen Charme von Arcade-Spielautomaten und seinem elektronisch-rockigen Klang. Elektronik war nie wirklich mein Musikstil, aber wenn es richtig vermischt ist, wie in diesem Beispiel, dann kann ich mitgehen.
  • Entertainment for the Braindead – Hydrophobia (zum freien Download, Creative Commons): Eine bestechende Stimme und ein Hintergrundrauschen, dass der Produktion einen unverwechselbaren Klang gibt. Die Songs sind wunderschön zu hören und gehen mit Gänsehaut den Rücken runter. Es lohnt sich auch in den Remix rein zu hören. Ich will sie Live sehen!

Ich hab mir Alben schon dadurch kaputt gemacht, dass ich irgendwann die Lieblingssongs rausgepickt habe und dann das Album nicht mehr hören konnte, weil ich diese Songs einfach übergehört habe. Ich hoffe ich bebehe diesen Fehler nicht weiter bei diesen.

free october

Probieren wir mal was Neues. Manche wissen ja, dass ich mitunter recht Musikaffin bin. Ich lass es mir kaum anmerken und tu so als wär ich nicht rockbar, aber irgendwie mag ich Töne. Besonders hab ich manchmal ein Faible für Musik die niemand kennt. Das ist nicht immer leicht, weil wenn ich dann im Auto sitze und Mixtapes von mir reinhaue, dann sind die oftmals nicht mitsingbar, war keiner die Songs kennt.

Vor 2 Jahren hab ich schonmal eine Creative-Commons-CD gemacht. Nun weil aber CDs inzwischen etwas sperrig sind, will ich mal the next best thing probieren.

Für neue und freie Musik bin ich immer gerne bei Jamendo, da gibts alles und zuviel gute Musik um alle mal zu hören. Da sträune ich manchmal rum und bookmarke mir was ich so mag. Nun und weil ich durch die Bookmarks selber nicht mehr durchsehe will ich jetzt Playlists aka virtuelle Mixtapes machen, wo ich einige meiner Lieblingsbands und -stücke mal etwas kondensiert verarbeite. Die erste Playlist ist fertig. Ich muss noch etwas am Rahmen des Ganzen arbeiten und ich weiß noch nicht ob und wie ich die Stile konsequent behandel, aber das wird Zeit zeigen. So nun aber jetz hören.