Daily archives "January 13, 2015"

Outside this room

I love the mountains, the disconnectedness as you climb up, the pumping blood in your vains, as everything vanishes from view.

I love the deserts, the emptiness, surrounding you, the silence, the dryness, the solitude, yet the hidden treasures found under each stone.

I love the sea, the vastness,the ever closing surface just below the horizon, promises of hope and adventure.

I love the swamps, the timelessness, in foggy moist composure, the play of decay and growth, of live and death.

I love the fields, the richness of life, of plants and insects, of accumulation of energy, collected from our burning sun.

I love the forests, the wilderness, neither tamed nor ordered, unbalanced, a garden invaded, regenerating in change.

I love the ice, the brightness, the glistening, the unforgiving, the meager land of frozen time and anticipation.

I love the city, in its diversity of people, crowded and pacing, full of rituals, history, culture, music, man-made creations on perfect world on a pale blue dot.

Ankunft in Georgien

Ich kam nach Georgien um zwei Dinge zu tun: den verschneiten Kaukasus zu sehen und mir den Bauch voll zu schlagen. Bereits am 1.Tag nach Ankunft waren beide Pläne dahin. Das kam so.

Wir waren gerade gelandet und ich hatte mit Daniel unser Hotel bezogen. Wir waren seit 14 Stunden auf den Beinen und hungrig. Schon bei der Taxifahrt zum Hotel merkte ich, wie sich – nicht bedingt durch den Fahrstil – mein Appetit verzog. Auf der Suche nach einem Abendimbiss strollten wir Rustavelli Avenue entlang und ich merkte schon wie mein Magen began zu rebellieren. Zügig zurück Ins Hotel war eine gute Entscheidung und es war dann nur noch eine Frage der Zeit wäre, bis mein Airline-Food mich wieder besuchen kam.

Ich hab für gewöhnlich einen starken Magen. Auf Reisen hat mich noch kein Essen umgehauen. Diesmal wurde es jedoch unangenehm und auch nach jedem Anbeten der Kloschüssel mit jeder Stunde nicht besser. Dazu gesellte sich Schüttelfrost, bei der Rezeption erbat ich eine zweite Heizung.
Nach 4 Stunden ließ ich meinen Kumpel aus dem Bett telefonieren und den Notarzt rufen. Die kamen, betrachteten mich kurz und einen Kotzkrampf später durfte ich im Pyjama über die nieselige überfrorene Straße zum Krankenwagen gehen.

Im karg ausgestatteten Krankenwagen lag ich auf meiner Liege – meinem Kumpel neben mir – blickte wahlweise aufs Rückfenster oder die Decke und lachte hysterisch angesichts des Abenteuers in das ich diesmal geraten war.

Am ersten Abend, in einem Land dessen Umgangssprachen ich nicht kann und mal wieder ohne Reisekrankenversicherung hielt ich mich im Krankenwagen fest um nicht von der Prittsche zu rutschen. Lang war die Fahrt nicht, auch nicht sonderlich wild. Ich zitterte so vor mich hin.

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In der Notaufnahme durfte ich wieder durch den Regen hineingehen, gerade rechtzeitig für den nächsten Brechreiz. Viel kam schon gar nicht mehr, einzig die Farbe sorgte aufgrund der früher eingeworfenen Kohletabletten immer wieder aufs neue für Verwunderung.
Und immer wieder die gleichen Fragen, wer, wo, was gegessen. Zum 5. Mal meinen Namen buchstabieren. Zum 8. Mal meinen Namen buchstabieren.

Ich wurde ins erste Stockwerk geführt – weiterhin selber die Treppen besteigend. Ich wartete etwas darauf, irgendwann einen Rollstuhl zu bekommen, aber dies passierte nicht. Ich mochte das Gnadenlose.

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Die Nacht gestaltete sich dann der Art, dass ich eine Infusion in den rechten Arm bekam, Blutabnahme im Linken, eine Spritze in den Arsch und eine Mücke auf die Hand.
Nach der Spritze schlief ich schließlich ein – Zweie musste schon durch gewesen sein.

Am nächsten Morgen wachte ich vom Jucken auf meiner Hand und den Sonnenstrahlen auf meinem Bett auf. Der Schüttelfrost war weg und die brüllende Heizung und die zwei Decken schienen mehr Schikane als hilfreich. Ich war fertig, aber schmerzfrei. Ich guckte mich um und fand mich wieder in einem Krankenhaus, das den 1930ern entsprungen schien, mit Betten, die ich zuletzt in den Beelitzer Heilstätten sah.
Mein Kumpel pennte im Bett neben meinem. Er war sehr gut darin nachts die Ärzte mit den blödesten Fragen fernzuhalten.

Meine Ärztin kam rein, fragte mich in ihrem gebrochenen English, wie es mir ginge und wie lange ich noch bleiben will. Nach meinem Befund gefragt zuckte sie mit der Schulter und begann eine Liste von Medikamenten gegen Magenviren zu diktieren. Diverse sprachliche und kulturelle Missverständnisse später wurde ich zusammen mit einem Diätplan für die nächste Woche gegen Mittag entlassen. Ich bekam eine provisorische Rechnung über umgerechnet 60€ – am nächsten Tag sollte ich nochmal vorbei kommen. Die endgültige Rechnung betrug 45€ und war damit günstiger als mein Hotel.

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Ich kenne Menschen, für die die größte Angst auf Reisen ist, in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht, ohne Versicherung in Notaufnahme und Krankenhaus zu landen. Nun davor habe ich keine Angst mehr, glücklicherweise lief alles glimpflich ab.
So blieben nur meine zwei Gründe offen, für dich ich damals nach Georgien gefahren bin. Zwei Gründe dieses Land wieder zu besuchen – dann aber nicht im November.